⚠️⚠️Deine Privatsphäre ist in Gefahr⚠️⚠️

Privacy – ein Wort, welches immer wieder fällt, meistens im Zusammenhang mit Facebook, Google, Microsoft oder Apple. Privacy heisst Privatsphäre; heutzutage wird der Begriff aber meistens im Kontext der Privatsphäre im Internet und vor allem im Zusammenhang mit Benutzerdaten sowie Surfverhalten verwendet.
Wenn man verstehen möchte, was Privatsphäre im Internet genau bedeutet und warum sie wichtig ist, muss man zuerst wissen, welche Daten gesammelt werden, und vor allem wie. Nehmen wir an, du besuchst die Webseite der Migros. Dazu gibst du die URL in die Adressleiste ein oder suchst via Google. Wenn du die Seite über die Google-Suche aufrufst, erfährt Google, dass du wahrscheinlich Migros-Kunde bist. Allerdings legt Google erheblich mehr Daten an, als nur zu deinem Besuch der Webseite.
Google speichert unter anderem auch, woher du die Seite besuchst, welches Gerät du verwendest und noch viel mehr. Zu den wichtigsten Infos die Google sammelt, gehören die Daten über die Nutzung der Webseite. Google verwendet ein Tool namens «Google Analytics», um Daten über die Nutzer seiner Webseite zu erhalten. Somit kann Google herausfinden, wie lange du auf der Migros-Webseite bleibst und für was du dich dort interessiert. Gemeinsam mit deinen bevorzugten Onlinezeiten, deinem Aufenthaltsort, deinem Arbeitsweg, den Geräten, welche deinem Profil zugeordnet sind und den Suchanfragen, welche deinem Profil entsprechen sind deine Daten gar nicht mehr so anonym.
Falls du einen Google-Account hast und während dem Surfen eingeloggt bist, erhältst du unter https://myactivity.google.com/myactivity und https://www.google.com/maps/timeline  einen kleinen Einblick in das, was Google alles sieht.

Das erklärt, wieso plötzlich vermehrt Werbung von IKEA auftaucht, nachdem du wiederholt nach einem neuen Sofa oder Bett gesucht hast. Denn Google verwendet die gesammelten Daten, um personalisierte Werbeanzeigen zu schalten. Solche Banner und Buttons sammeln wiederum Daten über die Nutzung der aufgerufenen Seite. Google ist jedoch nur eines von vielen Unternehmen, welche Daten sammeln. Weitere «Datensammler» sind zum Beispiel Acxiom und Datalogix.
Mehr Informationen über die erhobenen Daten findest du unter https://aboutthedata.com.
Dabei handelt es sich um diejenigen Daten, die während dem Surfen im Internet gesammelt werden. Noch problematischer sind Apps und Social-Media-Seiten, die richtige Goldgruben für Data Miners, wie man Datensammler und Verkäufer auch nennt, sind. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie diese an deine Daten gelangen: Entweder kaufen sie sie direkt von der Seite bzw. von anderen Data Miners, oder sie nutzen die «Suchschnittstellen» der Seite, um an die gewünschten Daten zu kommen. Anschliessend aggregieren sie diese mit den Daten anderer Quellen, um ein Gesamtbild zu erhalten. Die Menge an Daten, welche Benutzer durch «Liken», Kommentieren und andere Interaktionen täglich an Facebook übermitteln, ist beachtlich. Facebook kann jedoch mehr als nur Daten zu sammeln: Die Anzahl an Berechtigungen, welche die Facebook-App auf Android anfordert, ist erschreckend: Telefonnummern, Anrufprotokoll, Netzwerkstatus ändern und viel mehr. Dies ist der Grund, weshalb Facebook wahrscheinlich auch deine Telefonnummer hat. Es reicht, wenn einer deiner Kontakte die App installiert hat.

Die Nutzung der gesammelten Daten ist sehr unterschiedlich. Für Telefonnummern interessieren sich zum Beispiel Callcenter. Werden sie an genügend Callcenter verkauft, ergibt sich schon viel Gewinn. Auch Headhunter oder Marketingagenturen sind dankbare Abnehmer. Wichtig ist, wie die Daten verarbeitet sind, denn rohe Listen von Daten werden selten verkauft. Oft ist es so, dass sie in Gruppen wie geschätztes Einkommen, Heimatort oder Arbeitsweg unterteilt werden. Listen mit E-Mail-Adressen und benutzten Geräten sind nicht zuletzt auch für Hacker nützlich, da diese Informationen sogenannte Brute-Force-Angriffe erleichtern. Mit der zunehmenden Verbreitung von künstlicher Intelligenz verbessern sich die Methoden des Data Mining, wodurch sich noch genauere Nutzerprofile erstellen lassen. Ein Beispiel dafür sind die Preise von Flugtickets. Weiss eine Fluggesellschaft, dass du jedes Jahr eine bestimmte Veranstaltung besuchst, erhöht sie kontinuierlich den Preis deines Tickets – allerdings nur um wenige Franken, damit dir möglichst nichts auffällt.
Zwei Buchungen eines Kollegen zur «DreamHack 2017»:

Links im Bild siehst du die Buchung, wie sie mit einem Browser im anonymen Modus getätigt wurde. Rechts im Bild ist dieselbe Buchung in einem Browser, mit welchem früher schon mehrmals über diese Seite gebucht wurde.

Offensichtlich haben Daten heute einen sehr hohen Wert. Da wir die freie Verfügbarkeit von Inhalten im Internet als selbstverständlich ansehen, erwarten Firmen, dass wir mit unseren Daten bezahlen. Schon mit der Nutzung einer Seite erklären wir uns mit dieser Annahme einverstanden. Leider existieren keine verbindlichen und genau definierten internationalen Richtlinien zum Datenhandel privater Informationen, denn die Gesetze in den einzelnen Ländern werden eher schlecht als recht umgesetzt.
Die wichtigste Frage: Wie schützt du dich vor dem Datenklau?
Eine erste Erkenntnis ist, dass du dich nie ganz schützen kannst, sofern du nicht auf die Nutzung des Internets verzichten möchtest. Allerdings stehen dir Hilfsmittel zur Verfügung, um die Menge der gesammelten Daten zu begrenzen. Das Browser-Plug-in «Privacy Badger» (https://www.eff.org/de/privacybadger) fängt viele sogenannte Tracker ab, die Informationen über die von dir aufgerufenen Seiten ermitteln. Statt die Facebook-App auf deinem Smartphone zu installieren ist es ratsam, via Browser auf die Seite zuzugreifen. Die App «Friendly» funktioniert als Mini-Browser für Facebook und Facebook-Messenger. Mit den integrierten Filtern blockierst du Tracker und blendest Werbung aus.
Gelegentlich solltest du überprüfen, welche externen Dienste auf dein Facebook-Profil Zugriff haben: https://www.facebook.com/settings?tab=applications.
Wenn du trotzdem lieber die normale Facebook-App benutzen möchtest, lohnt es sich, den Zugriff auf Daten wie deinen Standort, dein Kontaktbuch oder dein Mikrofon zu unterbinden. Auf dem iPhone findest du die Regeln in den Einstellungen unter «Privatsphäre». Android-Nutzer nehmen diese Einstellungen für jede App einzeln unter dem Menüpunkt «Anwendungsmanager» vor. Weiterhin empfiehlt es sich Flüge und Hotels immer in einem anonymen Tab zu buchen.
Falls dir absolute Kontrolle über alle ausgehenden Daten auf deinen Geräten wichtig ist, solltest du auf Zwischenprogramme (sogenannte «Fiddler») setzen.
Für Android existiert «GlassWire» (https://play.google.com/store/apps/details?id=com.glasswire.android), wohingegen es fürs iPhone noch nichts Vergleichbares gibt.
Linux User können «Opensnitch» verwenden (https://github.com/evilsocket/opensnitch) ,
Mac-Benutzer greifen auf «Little Snitch» (https://www.obdev.at/products/littlesnitch/index.html) zurück und für Windows empfiehlt sich das Programm «NetLimiter» (https://www.netlimiter.com).
Im Endeffekt ist Vorsicht jedoch der beste Ratgeber. Das nächste Mal, wenn du eine Seite im Internet aufrufst, fragst du dich am besten: Womit finanziert sich diese Seite und im Gegenzug für was lohnt es sich für den Betreiber, mir die Seite gebührenfrei zur Verfügung zu stellen?

Denn: «gratis» gibt es nichts.

Raphael Antonietti
Frontend Engineer

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